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Patronen Wiederladen I.


An dieser Stelle möchte ich mal auf einen normalen Ladedurchgang an einer Einstationen-Ladepresse eingehen. Wir nehmen hier eine Patrone im Kaliber 308 Winchester, welche aus einem Halbautomaten verschossen wurde. Bei Hülsen aus fremden Waffen und Halbautomaten wird die Hülse komplett Kalibriert, damit es später keine Probleme mit der Zuführung gibt.

Die Bilder werden beim anklicken 50% größer und wer mag, kann sich das ganze auch als Video (3 Teile) ansehen.
Teil I     Teil II     Teil III


1. Station - Hülsen fetten

Fetten


Der Hülsenmund wird von innen, und die Hülsenwand von außen mit Kalibrierfett geschmiert. Die Menge des Schmiermittels sollte nicht übertrieben werden. Zuviel davon erzeugt beim Vollkalibrieren dellen in der Hülse, da das Fett unter dem hohen Druck nicht entweichen kann; zu wenig ist aber auch nicht gut, da dann die Hülse in der Matrize stecken bleiben kann.


2. Station - Hülsen kalibrieren

KalibrierenDie Matrize wird so tief eingeschraubt, bis sie den Hülsenhalter Berührt; danach wird der Stempel der Ladepresse zurückgefahren und die Matrize um eine weitere 1/4 Umdrehung eingeschraubt. Diese Position wird zum Schluss mit dem Matrizenring fixiert.
Die zuvor behandelte Hülse wird nun in den Hülsenhalter der Einstationenpresse gebracht und mithilfe des Ladehebels in die Kalibriermatrize eingeführt. In diesem Arbeitsgang wird die Hülse wieder auf das Sollmaß zurück gedrückt. Bei diesem Schritt wird ebenfalls das alte Zündhütchen aus der Hülse gestoßen.


3. Station - Hülsen bearbeiten

HBDie nun kalibrierte Hülse wird mit Hilfe eines Trimmers auf das Sollmaß gebracht. Dieses wird vor- und nachher mit einem Messschieber kontrolliert. Nach dem Trimmen wird die Hülse mit dem Entgrater innen und außen bearbeitet, damit später keine scharfen Kanten das Geschoss beschädigen. Wenn diese Schritte vollzogen wurden, kann man noch mit dem Zündglockenreiniger die Schmauchreste aus der Zündglocke entfernen. Zum Schluss wird eventuell auf der Hülse verbliebenes Schmiermittel mit einem Tuch entfernt.


4. Station - Zündhütchen setzen

PrimerDamit das Treibladungspulver später auch entzündet werden kann, müssen wir ein Zündhütchen setzen. Gängig sind Boxer Zündhütchen. Bei Militärhülsen findet man öfters noch Berdan-Zündhütchen, die nicht wie oben beschrieben bei teilkalibrieren ausgestoßen werden können. Dazu benötigt man eine spezielle Berdanzange und die muss vor dem Kalibrieren angesetzt werden, da man sich sonst den Dorn in der Matrize zerstören kann. Außerdem sind fast alle Zündhütchen bei Militärpatronen gecrimpt, was entfernen und setzen nicht unbedingt leichter macht. Gut, wir haben aber eine normale, zivile Hülse mit Boxer-Zündhütchen, welche nun wieder gesetzt werden möchte. dies erledigen wir mit dem Handsetzgerät. Die Hülse wird in dem Hülsenhalter eingelegt und mit betätigen des "Handauslösers" wird ein neues Zündhütchen gesetzt.


5. Stationen - Pulverfüller

PulverfuellerGemäß den Ladedaten füllen wir nun das Treibladungspulver in die Hülse. Damit das etwas komfortabler von Statten geht, nutzen wir dazu einen Pulverfüller. Mit betätigen des Hebels vom Pulverfüller wird eine zuvor eingestellte Menge Treibladungsmittel in die Hülse gebracht. Es empfiehlt sich öfters die Treibladungsmenge mit Hilfe einer Waage auf +/- 0,1 Grain genau zu überprüfen. Eventuell fehlende Kleinstmengen werden mit dem "Triggler" über der Waage ergänzt.


6. Station - Geschoss setzen

Geschoss-setzenBei der letzten Station wird das Geschoss auf die gewünschte Länge gesetzt. Lieber zunächst etwas mehr Höhe beim einschrauben der Matrize einkalkulieren und dann schrittweise anpassen, bis alles gemäß eigenen Wünschen passt. Umgekehrt müsste sonst der Entladehammer ran. Mit der letzten Station ist dann die Patrone fertig. Wer auf Nummer sicher gehen will sollte noch einen Factory-Crimp mit der entsprechenden Matrize anbringen.